Seitdem ich mein Studium beendet habe, denke ich immer wieder über die Klischees nach, die mir als Sozialarbeiter tagtäglich begegnen. Birkenstocks, Wollpullis,.. Doch was stimmt davon?

„Listen, Honey,
the title is ’social 
worker‘  not
‚miracle worker'“

Seit gut drei Monaten habe ich nun mein Studium beendet. Sozialarbeiterin sein, heißt auch vielen Klischees & Vorurteilen zu begegnen & im besten Fall doch zu widerlegen. Tatsächlich gibt es aber ein paar Klischees, die ich nicht widerlegen kann.

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  1. Sozialarbeiter trinken viel Kaffee.
    Oh ja, das kann ich nur bestätigen. Ich trinke sehr viel Kaffee, ich habe sogar das Gefühl durch das Studium & die Arbeit hat sich der Konsum sogar noch verdoppelt. Es ist einfach normal, in Gesellschaft etwas zu trinken & neben Wasser ist das nun Mal häufig Kaffee. Das ist auch das erste, was mir meine Kollegen oder Klientin anbieten – das dunkle Gold, den Kaffee.
  2. Sozialarbeiter machen Sitzkreise.
    Ja, auch die machen wir häufig. Ein Klischee, dass ich vor meinem Studium immer widerlegen wollte, doch nun weiß ich, dass die Kreise viele Gespräche einfach auf eine ganz andere Ebene bringen. Keiner ist der Chef, der sich hervor tun kann & keiner rückt in den Hintergrund, man hat einfach alle im Blick & es wird automatisch kommunikativer.
  3. Sozialarbeiter therapieren sich selbst.
    Auch hier kann ich leider nicht wirklich was Gegenteiliges sagen. Ich therapiere mich zwar nicht selbst, aber ich habe mein Studium schon auf Grund meiner Vergangenheit ausgewählt & ich weiß, dass es vielen meiner KollegInnen ähnlich geht. Aber das finde ich auch gut, denn so kann man die Probleme, Ängste & Gedanken unserer Klienten besser verstehen.
  4. Soziale Arbeit kann man nebenbei studieren.
    Ja, kann man, aber das ist auch wichtig! Natürlich ist auch jeder selbst verantwortlich, wie viele Seminare & Vorlesungen er sich sucht, aber nebenbei zu Arbeiten gehörte für mich immer zum Studium. So kann ich das theoretisch erlernte versuchen umzusetzen & feststellen, dass es nicht immer so funktioniert wie es im Buch steht. Theorie ist nicht gleich Praxis & das lernt man ganz schnell.
  5. Sozialarbeiter haben ein Helfersyndrom.
    Ich bin bestimmt kein Sozialarbeiter geworden, um viel Geld zu verdienen. & ich glaube das tut kaum einer, denn es ist einfach unmöglich mit diesem Beruf mehr zu verdienen als der Durchschnitt. Nein, ich habe Soziale Arbeit studiert um anderen Menschen helfen zu können & sie auf ihrem Weg zu begleiten.

So, das sind nun also die 5 unwiderlegbaren Klischees zu Sozialarbeitern. Kennt ihr auch Klischees in eurem Job, die ihr absolut nicht widerlegen könnt?

Liebst, eure
Laura