Ich habe lange überlegt ob ich diesen Post wirklich schreibe, ob ich öffentlich darüber reden kann wie es mir momentan geht. Doch ich habe diesen Blog angefangen, um über das Leben mit einer unheilbaren Krankheit zu berichten & die nimmt manchmal mehr Raum im Leben ein, als man möchte.

„I’m working
on myself,
for myself,
by myself.“

Seit ein paar Wochen ist es sehr ruhig hier auf meinem Blog. Ich komme einfach nicht dazu eine Regelmäßigkeit hier rein zu kriegen neben meinem Vollzeit-Job. Doch ich muss mir wohl auch eingestehen, dass es momentan nicht nur daran liegt.

Ich bin ein sehr lebensfroher Mensch, der der Meinung ist, dass in jedem schlechtem Ereignis auch etwas Gutes zu finden ist. Mein Leben war schon immer ein Auf & Ab. Ich habe viel erlebt, doch ich habe immer gesagt, ich wäre nicht der Mensch der ich nun bin, wenn ich nicht auf manche Hürden gestoßen wäre. Doch manchmal holt mich mein Leben ein, & momentan ist so eine Phase. Das letzte Jahr holt mich ein. Die Schmerzen, die Chemo, die Angst nicht zu wissen wie es weiter geht & ob es überhaupt weiter geht. Erst jetzt wird mir klar, dass ich es letztes Jahr vielleicht nicht bis hier her geschafft hätte & ich fange an, diese Erlebnisse zu verarbeiten. Ich träume von Schläuchen, dem Piepen der Geräte & dem Rollstuhl.

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Ich ärgere mich über diese Gefühle, diese Gedanken, die ich momentan habe. Viele meiner Freunde erleben in diesem Jahr solch wunderschöne Dinge, sie heiraten, kriegen Kinder oder erleben andere schöne Ereignisse. Natürlich freue ich mich für sie – sehr sogar! Doch tief in mir fühle ich auch noch etwas anderes. Ich empfinde Neid & Wut. Immer wieder bin ich durch die Hölle gegangen & manchmal wünsche ich mir einfach mal eine Zeit ohne Ängste & Katastrophen. Ich möchte für meine Familie da sein, die selber momentan zu kämpfen hat & ich konnte es das letzte Jahr einfach nicht. Das macht mich wütend. Ich wünsche mir, dass meine Familie wieder etwas Schönes erlebt, nach all dem was sie erlebt haben. Ich schäme mich für meinen Neid & meine Wut, & ich versuche endlich wieder die alte Laura zu werden, der Mensch der ich sein möchte.

Nicht immer wird dieser Blog vor Hoffnung & Zuversicht überquillen, denn manchmal überrennen mich Gefühle, die zum Leben dazu gehören, doch trotzdem weiß ich, es gibt auch wieder eine andere Zeit.

 

Liebst, eure

Laura

  1. Lotta
    Apr 10, 2016

    Ich habe Tränen in den Augen. Ich glaub an dich! ❤️

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  2. Svenja
    Apr 10, 2016

    Das Leben ist leider nicht immer wunderschln und einige Menschen von uns müssen viel Leid in Kauf nehmen. Man kann sich vieles leider nicht selbstaussuchen, gerade wenn es um Krankheiten geht. Das kenne ich zu gut. Manchmal wünscht man sich das man ein sorgloses Leben führen kann, wie andere. Aber es ist nicht immer einfach, gerade wenn man mit etwas zu kämpfen hat. Ich verstehe den Zwiespalt deiner Gefühle und ich finde gerade Posts über das Gefühlsleben wunderbar. Die Welt ist nicht immer rosarot und Blogs leben von Emotionen. Teile sie. Wenn ich über meine Gefühle schreibe, fühle ich mich immer befreiter. Ich habe selbst lange übrlegt, ob ich über Gefühle schreiben soll. Aber hey? Warum denn nicht! Es tut gut, darüber zu reden und es gibt immer Menschen, die dich verstehen werden! Es gibt Menschen, die das gleiche wie du durchmachen oder ähnliches :)
    Liebe Grüsse,
    Svenja / strasskind.com

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  3. Jessy
    Apr 11, 2016

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, es kommen auch wieder besseree Zeiten.

    Liebe Grüße Jessy von Kleidermaedchen

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  4. Nina
    Apr 12, 2016

    Dieser Beitrag rührt mich sehr- ich wünsche dir viel Kraft und nur das Beste <3

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  5. Tina
    Apr 21, 2016

    Liebe Laura,

    dieser Text berührt mich sehr & ich wünsche dir alle Kraft der Welt. Ich bewundere deine Einstellung sehr und denke, du kannst damit viele inspirieren!
    Mach weiter so!!!

    Ich verfolge dich schon eine ganze Weile und habe jetzt endlich meinen eigenen Blog.
    Finde deine Blogposts super :)

    Liebe Grüße von freckledrebell.de

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    • Du musst dich für deine Gefühle nicht schämen. Das ist ganz verständlich. Bitte behalte deinen unvergleichlichen Optimismus. Ich kenne niemanden, der so stark ist wie du! Und eines noch: auch wenn es bei vielen Menschennach außen scheint, als würden
      Apr 28, 2016

      Pia

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